Projektkurs Q1 (BBS/KRA) “Spurensuche…“ stellt seine Projektergebnisse aus.

Trotz Hitze und Kurzstunden versammelten sich im Foyer der Bettina-von-Arnim-Gymnasium am Donnerstag, den 16.7.2026 einige Oberstufenkurse mit ihren Lehrkräften und Gäste, darunter Herr Breimann und Frau Creutzmann, um der Präsentation der Arbeitsergebnisse des Projektkurses „Spurensuche“ unter der Leitung von Frau Bieberstein und Herrn Kraegeloh beizuwohnen.

Die Präsentation wurde musikalisch mit dem Stück „Abschied von Vaterland“ von Oginski eröffnet, das auf die ausgestellten Inhalte z.B. Fotos von Wandinschriften im Folterkeller der Gestapo in Krakau einstimmte. In seiner Begrüßungsrede erklärte Milan Blachnik den Aufbau der Ausstellung, die sich insgesamt aus drei Teilen zusammensetzte, die thematisch drei Aspekte des Projektarbeit wiedergaben.

In dem ersten Teil des Projektkurses erforschten die 15 Schülerinnen und Schüler die Familiengeschichte und entwickelten Familienstammbäume, die bis in die Kriegsgeneration der Urgroßeltern hinaus ging. Interessanterweise sind die Familien der Jugendlichen erst seit etwa 20 Jahren in Dormagen ansässig, kommen aber aus entfernten Ecken der Welt, wie Anshan in China, Sivas in der Türkei oder Rio do Sul. Die meisten der Großväter kämpften als Wehrmachtsoldaten auf unterschiedlichen Frontabschnitten, andere kämpften gegen die Deutschen z.B. auf dem Balkan.

Der zweite Teil der Ausstellung stellen die Ergebnisse der Recherche im Kreisarchiv in Zons und beleuchten die Kriegsjahre in Dormagen, insbesondere den Alltag, der von der nationalsozialistischen Propaganda und Indoktrination geprägt war.

Den dritten Teil der Ausstellung, die Spurensuche entlang des Erinnerungspfades in Krakau und den Besuch im Massenvernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo auch Fanny und David Dahl ermordet wurden, stellte die Schülerin Gumana Böhm mit folgenden Worten vor: „Diese Reise war für uns kein normaler Schulausflug. Es war eine Konfrontation mit der Realität. Vor Ort wird aus der abstrakten Geschichte plötzlich ein realer Tatort. Das hat unseren Blickwinkel verändert. Es weckte bei uns eine tiefe Empathie für die Opfer, die kein Text der Welt erzeugen kann“.

In den Reflexionen zur Gedenkstättenfahrt unter dem Motto: „Bilder, die prägen, Gedanken, die Kreisen, Gefühle, die aufwühlen und Eindrücke, die bleiben“ schreibt Amelie Pfleger „mich hat die Stille und die Größe des Lagers schockiert. Am meisten geblieben sind mir die Ausstellungsräume mit den Koffern und Schuhen. Dort wurde mir klar, dass hinter den Zahlen aus den Büchern echte Menschen stehen.“  Lucas N. Steffler reflektiert über den Hof zwischen Block 10 und 11 im Stammlager I „Die Kränze und Blumen (an der Schwarzen Wand im Todesblock) lösen ein weiteres Gefühl aus: Respekt, Trauer, aber auch eine Art Verantwortung. Sie erinnern daran, dass dieser Ort nicht einfach Vergangenheit ist. Er bleibt präsent. Man merkt, dass man nicht nur Besucher ist, sondern jemand, der sich bewusst mit dem auseinandersetzen muss, was hier geschehen ist.

Maria Luisa Davletkildin, die sich in ihrer Reflexion Gedanken darüber machte, „dass mit der Gedenkstätte eher wie mit einem gewöhnlichen Touristenort umgegangen wird. Viele Menschen fotografieren und schnell durch die Ausstellung gehen, obwohl es sich doch um einen Ort handelt, an dem sechs Millionen Menschen ermordet wurden“, bedankte sich bei den Sponsoren, der Kreissparkasse, der Volksbank, dem Energieversorger Dormagen und der Sanddorf-Stiftung für ihre großzügige Unterstützung, die es ermöglichte, die Gedenkstätten-fahrt in diesem Umfang zu realisieren.

Bevor sich die Anwesenden den Plakaten, Tafeln und Texten widmen konnten, bedankten sich Herr Breimann und Frau Creutzmann für die Einladung und zeigten sich ergriffen und beeindruckt von der Präsentation. Teile der Ausstellung können noch nach den Ferien besichtigt werden.