
Am Dienstag, den 2.12.25 besuchten die Schülerinnen und Schüler des Projektkurses Q1 die Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ in der Mahn und Gedenkstätte in Düsseldorf und setzten sich anschließend in einem Workshop mit ausgewählten Biographien der Überlebenden des Naziterrors auseinander.
Jedes Arbeitsteam wurde mit einer „Black Box“ ausgestattet, in der sich Gegenstände befanden, die im Leben und für das Überleben im Nationalsozialismus der untersuchten Person, eines der verfolgten Kinder und Jugendlichen, wichtig waren. So enthielt z.B. die Box zur Biographie von Bandela, einer Sintiza, ein Korb, eine gerahmte Familienfotografie, eine Kordel mit vielen Knoten als Symbol für Stacheldraht und eine englische Flagge. Bandela und ihre Familie (Fotografie) verkauften als fahrendes Volk Körbe und kamen auf Grund ihrer Herkunft in den KZ Ravensbrück (Stacheldraht) und später nach Belsen-Bergen, wo Bandela von englischen Soldaten befreit wurde.
Die Präsentation der Gruppenergebnisse fand im nahgelegenen Bildungszentrum Beatrice-Strauß statt.
Nach einer kurzen Mittagspause traf sich der Projektkurs am Erinnerungsort „Alter Schlachthof“ zu einem Rundgang wieder. Dieser befindet sich heute mitten im Campus der Hochschule Düsseldorf und wird als Bibliothek genutzt.
Im Nationalsozialismus diente dieser Ort neben der Schlachtung von Tieren als Sammelstelle für die Deportation vorwiegend jüdischer Familien aus der gesamten Region. In der Großviehmarkthalle, die durch eine schräge Viehstiege zu erreichen war, wurden die Familien registriert, einer Leibesvisitation unterzogen und der Wertsachen beraubt. Anschließend mussten sie dort stehend die ganze Nacht ausharren, um in den frühen Morgenstunden gepfercht in Viehwagons in die Ghettos von Riga oder Minsk deportiert zu werden. Viele haben diese tagelange Fahrt ohne Essen und Trinken nicht überlebt. Auch die jüdischen Familien aus Dormagen, z.B. die Familie Dahl wurden vom Düsseldorfer Schlachthof ins Ghetto Riga deportiert.
Der Erinnerungsort „Alter Schlachthof“ dokumentiert sehr eindringlich die Verbrechen, die während des zweiten Weltkrieges an diesem historischen Ort verübt wurden. Über 6000 jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden von hier in sieben Transporten in die osteuropäischen Ghettos deportiert und von dort oftmals in die Vernichtungslager. Nur wenige, wie Jakob und Emmi Dahl überlebten die Shoah.
Die Dauerausstellung am „Alten Schlachthof“ ist frei zugänglich, es finden aber regelmäßig geführte Rundgänge statt.
Beide Orte stellen wertvolle außerschulische Lernorte dar.
(BBS)

