Diskussionsrunde zum neuen Wehrdienstgesetz

Seit Januar 2026 erhalten 18-Jährige Post. Es geht um den neuen freiwilligen Wehrdienst und dieser betrifft aktuell die Oberstufenschülerinnen und -schüler der Jahrgänge 2008 und 2009. Im Dezember hat der Bundestag beschlossen, den Wehrdienst neu zu regeln. Mit den jetzt verschickten Briefen startet die sogenannte Wehrerfassung. Für junge Männer ist die Rückmeldung verpflichtend, für junge Frauen freiwillig. Vor diesem Hintergrund startete der Bundestagsabgeordnete Carl-Philipp Sassenrath eine Gesprächstour an Schulen im Wahlkreis und kam so auch zu uns ans BVA-Gymnasium.

„Der Wehrdienst bewegt viele junge Menschen. In Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern ist seit Monaten eines der Top-Themen: Warum muss das sein? Wie muss man auf den Brief zur Wehrerfassung reagieren? Wie sieht der Wehrdienst aus? Welche anderen Möglichkeiten für Engagement gibt es? Zu diesen Fragen möchte ich informieren und den Dialog ermöglichen“, so Sassenrath im Vorfeld der Veranstaltung.

Versammelt hatten sich im Multifunktionsraum knapp 50 Oberstufenschülerinnen und -schüler, die sich in den kommenden Monaten mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen und denen die Ernsthaftigkeit der derzeitigen weltpolitischen Lage in Anbetracht der Bedrohung durch Russland und der veränderten Beziehungen zu den USA durchaus bewusst war. Umso dankbarer waren die Oberstufenschülerinnen und -schüler, dass ein Vertreter der Regierungskoalition im Bundestag sich Zeit nahm, um sich den Fragen und Bedenken zu stellen, um authentisch die aktuelle Lage und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Bundeswehr zu beurteilen, obwohl er selbst nach seinem Abitur den Kriegsdienst verweigerte, aber heute seine damalige Entscheidung neu bewerten würden, falls notwendig.

Die Schülerinnen und Schüler konfrontierten Sassenrath dann auch sofort mit konkreten Fragen zum aktuellen Verfahren der Wehrerfassung, wobei schnell deren Unbehagen deutlich wurde. Dass es sich dabei um keine Wehrpflicht (wie noch vor wenigen Jahren in Deutschland) handelt, und dass auch weiterhin eine Kriegsdienstverweigerung im Grundgesetzt verankert bleibt, beruhigte einige, andere zeigten auch durchaus Interesse an einer Laufbahn bei der Bundeswehr. Merklich gebannt waren die Schülerinnen und Schüler von den Ausführungen hinsichtlich der aktuellen Bedrohungslage innerhalb Europas, da Sassenrath gerade erst aus dem Baltikum zurückgekehrt war, von wo er eindrückliche Erfahrungen mitbrachte. Auffallend viele Nachfragen wurden bezüglich des atomaren Schutzschildes und der sich verändernden Beziehung zu den USA gestellt. Auch dafür nahm sich Sassenrath viel Zeit, indem er einerseits politische Zusammenhänge aufzeigte und sich andererseits auch sehr persönlich äußerte.

Mit einem Bundestagsabgeordneten, der den SchülerInnen auf Augenhöhe begegnete und sich ihnen direkt als „Carl“ vorstellte, zu diskutieren, hat die BVA’ler nachhaltig beeindruckt und es wäre schön, wenn weitere Begegnungen, vielleicht zu „entspannteren“ Themen wie z.B. „BVA als Europaschule“ folgen könnten, denn Sassenrath ist in Berlin auch für europäische Politik verantwortlich und hat angeboten, sich in diesem Kontext für die Weiterentwicklung unseres Gymnasiums einzusetzen.