Klasse 10 a synthetisiert und analysiert Vanillin im Schülerlabor der Uni Köln

Wer schon mal Vanillekipferl gebacken hat, der weiß, was echte Vanille kostet und wie mühsam sie aus der Schote zu extrahieren ist. Da eine Vanilleschote nur 1,5-2,4% Vanille enthält, lässt sich der Bedarf an Vanille, der nur in Deutschland  pro Jahr über 15 000 t beträgt, durch die natürliche Gewinnung mittels Extraktion nicht decken. Das synthetische Vanillin, das in unterschiedlichen Verfahren meist auf Basis von Lignin hergestellt wird, ist naturidentisch, d.h. es hat die gleiche chemische Summenformel  C8H8O3 und Struktur von 4-Hydroxy-3-methoxybenzaldehyd.

Am Mittwoch, den 11.2.26 konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a in Begleitung der Fachlehrerin, Frau Bieberstein und des Oberstufenschülers Max Hartmann  im Schülerlabor der Uni Kölniin synthetisches Vanillin aus Ligninsulfonsäure, einem Abfallprodukt bei Papierherstellung, in einer durch Kupferkationen katalysierten Oxidation im stark alkalischen Medium herstellen. Das Arbeiten mit einer geschlossenen Apparatur und im Abzug stellte eine neue experimentelle Erfahrung dar, die über das schulische Experimentieren hinausging.

Die Identifizierung des Produktes erfolgte durch eine Geruchsprobe. Da alle Teams erfolgreich waren, roch es plötzlich im ganzen Labor angenehm nach Vanille.

Im Alltag wird zum Backen Vanillinzucker eingesetzt, der nur synthetisches Vanillin enthält.

Die Teams untersuchten den Gehalt des Vanillins im Vanillezucker der Marken- und Billigprodukte. Das Ergebnis überraschte. Durchschnittlich enthält die 8 g-Packung 120 mg Vanillin also 1,5%,  nur in der Ja-Marke gibt es 240 mg also doppelt so viel für weniger Geld. (BBS)