„Der Tod des Sherlock Holmes“: Kriminalkomödie am BvA

sherlock maer15 (1)Einen spannenden Abend voller Überraschungen erlebte das Publikum bei der diesjährigen Aufführung des Literaturkurses der Q2 am 11. und am 12. März. Die Zuschauer waren Zeugen eines Theaters im Theater: Während der Hauptprobe für das Stück „Der Tod des Sherlock Holmes“ wird der Darsteller des Sherlock Holmes tatsächlich getötet – erschlagen durch einen herabfallenden Träger. Die Ermittlungen leitet Kommissar Anthony Braining, der so stark von seinen kriminalistischen Fähigkeiten überzeugt ist („Mein detektivischer Spürsinn sagt mir …“), dass er keine andere Meinung neben seiner duldet und wichtige Hinweise seines Assistenten Sergeant Harry Leicester schon aus Prinzip nicht gelten lassen will. Im Laufe der Untersuchungen treten zahlreiche Spannungen und Widersprüche in der angeblich so harmonischen Theatertruppe zutage. Der Täter ist aufgrund von Indizien schnell gefunden – zu schnell, wie sich zeigt, als ein zweiter Mord geschieht, an dem der Hauptverdächtige unmöglich beteiligt sein kann. Nun konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen Schauspieler und zwei Journalistik-Studentinnen, die sich zu einem Praktikum am Theater aufhalten. Zwischen diesen Personen und den beiden Getöteten existieren Verbindungen, deren Entdeckung endlich die Lösung des Falls möglich macht.

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Das Stück spielt raffiniert mit den Erwartungen des Publikums und mit witzigen Überraschungseffekten, die von den Schauspielern und der Regie wirkungsvoll zur Geltung gebracht wurden. Marie Spülbeck verkörperte überzeugend den selbstherrlichen Kommissar Anthony Braining. Ihr zur Seite stand Tobias Kämmerling als Assistent Sergeant Leicester mit zur Rolle perfekt passendem resigniert-sarkastischem Spiel. Auch der „Zickenkrieg“ unter den Schauspielerinnen durfte nicht fehlen – Gegenstand einer Mischung aus Neid und Verachtung war die von Kosima Kosak herrlich egozentrisch gespielte Schauspielerin Sarah McNeill. Immer zur unpassenden Zeit und damit immer zum großen Amüsement des Publikums platzte Merve Sarier als exzentrische Ehefrau des Kommissars in die laufenden Untersuchungen. Für viel Heiterkeit sorgten auch die Auftritte Jessica Skibas, die schnoddrig-wortkarg und scheinbar naiv den technischen Leiter des Theaters gab.

Den Bühnenhintergrund beherrschten drei riesige Fotobanner, die den Zuschauerraum eines Theaters darstellten. Die Bühne selbst war durch geschickt platzierte Requisiten so unterteilt, dass sie mehrere Räume gleichzeitig darstellte. Durch passende Lichtregie konnte so leicht von einem Ort zum anderen gewechselt werden. Die Übergänge wurden durch Livemusik am Flügel hervorgehoben, dargeboten von Cheyenne Held, die abwechselnd als Schauspielerin und Pianistin agierte.

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Witzig-ironisches Ende der Kriminalkomödie: Am Ende kannten fast alle Anwesenden außer dem Kommissar die Lösung des Falls. Es ist eben nicht jeder ein Sherlock Holmes.

Mit Rosen dankte Annika Schmitz, die Leiterin des Literaturkurses, allen Mitwirkenden. Die Rollen mögen unterschiedlich umfangreich gewesen sein, doch lag der Erfolg der Aufführung ganz klar in der Leistung der gesamten Gruppe. Dieser Aspekt wurde kurz vor der Aufführung auch in einem Gespräch mit den Schülerinnen Christina Misch und Denja Otte deutlich. Sie hoben den großen Zusammenhalt des Kurses hervor und betonten, dass die Proben sehr viel Spaß gemacht hätten. Besonders motivierend sei auch gewesen, dass, anders als sonst oft im Unterricht, am Ende des Literaturkurses „ein Produkt“ gestanden habe, nämlich die Aufführung.

Text: SLo
Fotos: Bz, Zt, Sm

Mitwirkende bei den Aufführungen am 11. und 12.3.2015

Marie Spülbeck, Tobias Kämmerling, Cengiz Bauer, Gülsah Sarier, Aramesh Sabbaghi, Jessica Skiba, Schirin Butt, Alisha Horsters, Sofija Cimesa, Nico Naujeck, Charlotte Arentz, Kosima Kosak, Jan Schöpe, Cheyenne Held, Rico Wodtke, Pia Geratz, Vivien Wilson, Hamide Aktug, Denja Otte, Christina Misch, Merve Sarier

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