Alte Meldungen 2008

 

Achtung: Flugblätter!

Dormagen, den 15.11.2007
 
An mehreren Orten der Stadt Dormagen sind am Donnerstag, 15.11.2007, Flugblätter der Gruppierung „Jugend pro nrw“ an Kinder und Jugendliche verteilt worden, so auch vor Schulbeginn an der Bushaltestelle unmittelbar vor dem Gelände des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums. Da die Verteiler sich nicht direkt auf dem Schulgelände aufhielten, sondern auf öffentlichem Gelände vor der Schule, konnte die Schulleitung nicht von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und die Verteilung untersagen.
 
An unserer Schule wird das friedliche Miteinander von jungen Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion praktiziert und gelehrt. Wir bemühen uns die Schülerinnen und Schüler nicht auf den „rechten Weg“, den Weg des Hasses, der Vorurteile und der Ausgrenzung, sondern auf einen gerechten Weg zu führen, einen Weg des friedlichen und gleichberechtigten Zusammenlebens in der Stadt Dormagen und in Nordrhein-Westfalen.
 
Wir, die Lehrerschaft und Schulleitung des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums Dormagen, verwahren uns hiermit nachdrücklich gegen den Gedankenmüll, mit dem unsere Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule überschüttet wurden.
 
Im Tarngewand eines harmlos und pseudooffiziell daherkommenden Flugblatts, das allein 24 Mal (!) das Wappen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ziert, will die rechtsextreme Jugendgruppe der zunächst in Köln auftretenden Gruppierung „pro Köln“ offenbar junge Menschen ködern, die diffuse Minderwertigkeitsängste haben und sich irgendwie benachteiligt fühlen. In einem „Kessel Buntes“ politischer Forderungen und Positionen - gegen die kein vernünftiger Mensch etwas einwenden wird und die so oder so ähnlich auch in anderen Parteiprogrammen zu finden sind - verbergen sich dann die eigentlichen Anliegen der Organisation: Außer um Umweltschutz, Arbeitslosigkeit und Sozialabbau wird gegen „die Duldung illegaler Scheinasylanten“, für die „Abschiebung krimineller Ausländer“ und gegen „Überfremdung“ gehetzt. Hinter der Selbsteinschätzung, „eine junge, moderne, patriotische Partei“ zu sein, verbirgt sich völkisches, gewalttätiges, rassistisches und seniles sog. „Denken“, dessen Vokabular an unserer Schule nichts verloren hat.
Unsere intelligenten und selbstbewussten Schülerinnen und Schüler werden sich von diesen Rattenfängern im Biedermann-Kostüm nicht einfangen lassen.
 
Übrigens wird die Organisation „pro-köln“ vom Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ eingestuft und beobachtet. Der Verfassungsschutz wirft pro-Köln außerdem vor, Kontakte zu Neonazis zu unterhalten. Martin Schöppe, einer der beiden Flugblatt-Verteiler vor unserer Schule, ist Abgeordneter für „pro Köln“ in Chorweiler.
 
Anders als in der Pressemitteilung von „pro-nrw“ am 15. 11. vermeldet, kann von einer erfolgreichen Aktion der Rechtsextremisten keine Rede sein. Die Schülerinnen und Schüler des BvA haben durch ihre engagierte Reaktion gegenüber den beiden Vertretern von „pro-nrw“ gezeigt, dass sie nicht gewillt sind, diese üble volksverhetzende und diffamierende Propaganda hinzunehmen. Sie haben vielmehr ihrer Empörung über die Flugblätter von „pro-nrw“ lautstarken Ausdruck verliehen.
 
Ein Letztes noch: Wer von wem auch immer „verpflichtende Deutschkurse als Integrationsgrundlage“ verlangt, der sollte mal über einen Satz nachdenken, der im Flugblatt von pro NRW steht: „Machen auch du mit!“ Also: Ab auf den Müllhaufen der Geschichte, „pro-nrw“!!
 
 
Für das Bettina-von-Arnim-Gymnasium Dormagen:
 
Peter Koßmann und Lars Kraegeloh

 

 

 

 

[ Startseite ] [ diese Seite drucken ]

BvA Dormagen