Beste Unterhaltung und kein Mord: „Bretter, die den Tod bedeuten“

Der Literaturkurs der Q2 hat sich in diesem Schuljahr für die Aufführung der Krimimalkomödie „Bretter, die den Tod bedeuten“ von Jessica Casties entschieden. Angesichts des Titels konnte das Publikum damit rechnen, dass der Abend spannend werden würde – tatsächlich wurde vor allem viel gelacht.

Die Komödie zeigt ein Theaterensemble, das ein Stück über Sherlock Holmes und Dr. Watson einstudiert. Darin geht es um einen Mord und darum, wie Sherlock Holmes in gewohnt brillanter Manier den Fall aufdeckt und den Mörder findet. Die Proben gehen nicht recht voran, weil Alexander Strong, der Darsteller des Sherlock Holmes (herrlich überheblich gespielt von Yusuf Uslu), nach einer Pause plötzlich verschwunden ist; wenig später wird er im Theater in einer Blutlache liegend gefunden. Die Ermittlungen des tollpatschigen und sehr von sich eingenommenen Inspektors Golly (überzeugend dargestellt von Martin Hamel) fördern zutage, dass erstaunlich viele Menschen ein Motiv haben könnten, Alexander Strong aus dem Weg zu räumen. Wegen des Termindrucks gehen die Proben zu „Sherlock Holmes“ parallel zu den Ermittlungen im „echten“ Mordfall weiter. Doch während die Bühnenfigur Sherlock Holmes ihre Aufgabe souverän und auf der Grundlage von genauen Beobachtungen meistert (souverän auch als Schauspieler: Jonas Krautstein), vertraut der „echte“ Inspektor nur seinem Bauchgefühl und geht großspurig über die Einwände seiner Assistentin Kathy (mit viel Geduld für ihren „Chef“: Angelina Effertz) hinweg, die ihn mit so etwas Banalem wie einem Laborbericht aus seinen kriminalistischen Höhenflügen zu reißen versucht.

Das Ende ist sehr überraschend. Strong kommt ums Leben, aber es war kein Mord, und eines wird überdeutlich: Nicht an jedem Inspektor ist ein Sherlock Holmes verloren gegangen.

Das Stück lebt von vielen witzigen Einfällen und Momenten. Alle Rollen waren passend besetzt und wurden von den Ensemblemitgliedern mit großem Engagement und Liebe zum Detail ausgefüllt. Durch die Figur der Klara Fall, der scharfzüngigen NGZ-Reporterin (Nadja Poslad), erhielt das Stück sogar Lokalkolorit.

Die Mitglieder des Literaturkurses unter ihrer Leiterin Annika Schmitz können zu Recht stolz sein auf ihre Leistung. Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus für die sehr unterhaltsame Aufführung.

Das Ensemble: Yusuf Uslu * Ole Radoy * Jonas Krautstein * Murat Sarier * Flaurant Ramadani * Adnan Huseinbasic * Sanam Nemati * Jana Landmesser * Lena Harlos * Max Sachse * Laura Mutard * Julian Grobin * Clara Wedemeyer * Evi Förster * Tobias Gruppe * Janine Schneegans * Alyssa Woodiwiss * Martin Hamel * Angelina Effertz * Nadja Poslad

Leitung und Regie: Annika Schmitz

SLo, Zt (Fotos), Bz (Fotos)

 

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